Unter diesem Link finden Sie häufig gestellte Fragen, die ich im Laufe der Zeit gesammelt habe, sowie entprechende Antworten.

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Welche Ausbildung haben Psychotherapeuten?

Die Ausbildung zum/r PsychotherapeutIN ist mehrteilig.

Teil 1: Allgemeiner Teil (Propädeutikum): Dauer 2-3 Jahre

Inhalte: 765 Stunden Theorie, sowie 550 Stunden Praxis

Teil 2: Fachspezifischer Teil: Dauer je nach Methode: Mehrere Jahre

Inhalte: 300 Stunden Theorie, 1500 Stunden Praxis (beinhaltet: Praktikum, Lehrtherapie/Einzelselbsterfahrung, Gruppenselbsterfahrung, Praxisarbeit mit KlientInnen, Supervision der praktischen Tätigkeiten)

Details und weitere Informationen finden Sie unter diesem Link.

Was bedeutet die Bezeichnung Psychotherapeutin in Ausbildung unter Supervision?

Bei Psychotherapeutinnen/Psychotherapeuten in Ausbildung unter Supervision handelt es sich um AusbildungskandidatInnen im psychotherapeutischen Fachspezifikum, die von einer anerkannten fachspezifischen Ausbildungseinrichtung formal durch eine Bescheinigung über die erworbene fachlich methodenspezifische Kompetenz zur Patientinnen/Patienten-Behandlung autorisiert worden sind.

Vergleichbar mit TurnusärztInnen wird die berufliche Tätigkeit auf eigenständiger Basis und/oder im Rahmen von Institutionen erbracht, während diese von einem/r erfahrenen SupervisorIn begleitet/ supervidiert wird.

SupervisorInnen unterliegen gemäß §15 des Psychotherapiegesetzes ebenso der Verschwiegenheitspflicht wie der/die PsychotherapeutIn in Ausbildung.

Kann ich die Leistung bei einem/r  PsychotherapeutIn in Ausbildung unter Supervision bei der Krankenkasse voll- oder teil-refundieren lassen?

Da es sich bei den Stundensätzen von PsychotherapeutInnen in Ausbildung unter Supervision um weitaus geringere Beträge als bei eingetragenen PsychotherapeutInnen handelt, ist eine Refundierung mit der Krankenkasse nicht möglich und auch gesetzlich nicht erlaubt.

Wie lange dauert eine Psychotherapie?

Die Dauer einer Psychotherapie ähnlich einer mathematischen Formel exakt zu errechnen, wäre unprofessionell.

Die Dauer der in Anspruch genommenen Therapie hängt unter Anderem von folgenden Faktoren ab:

– Dem von Ihnen gesetzten Therapieziel,

-Dem Schweregrad der Betroffenheit/ der zugrunde liegenden Problematik,

-Der angewandten Therapiemethode.

Ich möchte möglichst schnell zu einer Lösung und Linderung meiner Probleme kommen: Welche Therapiemethode ist empfohlen?

In der Psychotherapie gibt es mehrere Schulen und Ansätze, die zur Anwendung kommen können.

Meiner Ansicht schafft das Wissen über die Tatsache Klarheit, dass es methodenübergreifende Wirkfaktoren in der Psychotherapie gibt, die schulenunabhängig sind und als Grundbausteine gelten.

Daher würde ich raten, die Aufmerksamkeit darauf zu richten, ob Sie sich gut aufgehoben fühlen und ob Sie den Eindruck haben, Sie könnten sich dem/r PsychotherapeutIn anvertrauen.

In Österreich sind derzeit 22 psychotherapeutische Methoden gesetzlich anerkannt, die sich grob in vier Richtungen zusammenfassen lassen:

  • tiefenpsychologisch-psychodynamisch
  • humanistisch
  • systemisch
  • verhaltenstherapeutisch

Alle anerkannten Methoden sind wissenschaftlich fundiert. Nahezu alle bieten eine Therapie im Einzel und/oder Gruppensetting an. Spezialisierungen auf umschriebene Bereiche & Themen (z.B.: Paartherapie, Kinder- & Jugendpsychotherapie, etc.)  können in den unterschiedlichsten Methoden angeboten werden.

Hilfreich ist für den Prozess, wenn die gewählte Therapiemethode zu Ihnen passt. Dies können Sie im Zuge des Erstgespräches evaluieren, auch indem Sie den/die TherapeutIn nach der angewandten Methode fragen. Viele Therapeuten wenden eine erlernte Kernmethode an, die sie mit Interventionen anderer Therapieschulen kombinieren.

Eine schnelle Hilfe bedeutet nicht immer Nachhaltigkeit – es ist Bestandteil der psychotherapeutischen Ausbildung darauf Bedacht zu nehmen, dass therapeutische Interventionen und zugrundeliegende Problemstellungen aufeinander abgestimmt sind.

Sagt die Bezeichnung der Therapiemethode etwas über deren Inhalt und die angewandte Technik aus?

Nicht unbedingt.

Ein Beispiel:

Es ist ein Element der systemischen Familientherapie den Schwerpunkt auf den sozialen Kontext psychischer Störungen, insbesondere auf Interaktionen zwischen Mitgliedern der Familie und deren sozialer Umwelt zu legen, aber nicht das einzige Element.

Umgekehrt wäre es in anderen Therapiemethoden ein Kunstfehler z.B. in der Kinder- und Jugendlichen Psychotherapie die Familie und das soziale Umfeld nicht miteinzubeziehen.

Welche Altersgruppen können Psychotherapie in Anspruch nehmen?

Für die Inanspruchnahme von Psychotherapie gibt es keine altersmäßige Begrenzung.

Sowohl Säuglinge, Kleinkinder als auch Kinder- und Jugendliche, sowie Erwachsene alter Altersstufen können Therapie in Anspruch nehmen.

Ein Tipp ist, bei der Wahl des/der TherapeutInnen auf die Angabe einer entsprechenden Spezialisierung (z.B: Kinder- und Jugendpsychotherapie, Gerontopsychotherapie) zu achten.

Was ist der Unterschied zwischen PsychologInnen, PsychotherapeutInnen und PsychiaterInnen?

PsychologInnen -Abschluss des Universitätsstudiums der Psychologie

-Spezialisierung in der Ausbildung durch persönliche Schwerpunkte:

-Klinische Psychologie, -Gesundheitspsychologie, -Neuropsychologie

-Sportpsychologie

-Wirtschaftspsychologie

-Rechtspsychologie

-Schulpsychologie

Nur klinischen – und Gesundheitspsychologen ist es laut Psychologengesetz  erlaubt, selbständig psychisch kranke Menschen zu untersuchen oder zu behandeln

Schwerpunkte:

-Klinisch-psychologische Diagnostik

-Psychologische Testungen

-Psychologische Behandlungen

FachärztInnen für Neurologie und Psychiatrie

(umgangssprachlich: PsychiaterInnen)

-Absolvierte Facharztausbildung in Psychiatrie und Neurologie

-Ärzte, die sich auf die Diagnostik und Behandlung von psychischen Störungen und Krankheiten spezialisiert haben.

Schwerpunkte:

-Behandlung mit Medikamenten und Apparaten sowie anderen Methoden

-Überprüfung der Wirkung und Nebenwirkungen der Medikamente

-Nur PsychiaterInnen dürfen Medikamente verschreiben, PsychotherapeutInnen und/oder PsychologInnen nicht

PsychotherapeutInnen -Gesetzlich geregelte Ausbildung:

Diese ist postgraduell, das heißt, sie wird erst nach Abschluss eines Studiums oder auch nach einer abgeschlossenen Ausbildung in einem Beruf des Gesundheits- und Sozialwesens absolviert.

Sie beinhaltet einen hohen Anteil an Selbsterfahrung.

-Psychotherapie ist ein freier Gesundheits- und Heilberuf, der freiberuflich, also in einer Praxis oder auch im Rahmen eines Arbeitsverhältnisses wie z. B. in einer Beratungsstelle oder in einer Krankenhaus-Ambulanz ausgeübt werden kann.

Schwerpunkte:

-Psychotherapeutische Diagnostik

-Festlegung und Durchführung von psychotherapeutischen Behandlungen

Es besteht die Möglichkeit, dass die oben angeführten Berufsgruppen im Zuge einer Therapie kooperieren, um einen optimalen Therapiefortschritt zu gewährleisten.

Was ist der Unterschied zwischen Psychotherapie, Beratung/ Coaching?

Zwischen Psychotherapie, Beratung/ Coaching gibt es einige Gemeinsamkeiten, sowie fließende Übergänge.

Ein Beispiel:

Ein Filialleiter einer Bank kommt zum Coaching, weil er sich „ausgebrannt“

fühlt. Die vielen Umstrukturierungen, der Wechsel von MitarbeiterInnen und das

Misstrauen eines Vorgesetzten haben dazu geführt, dass er sein Arbeitspensum

laufend gesteigert hat. Sein Familienleben ist schon sehr gefährdet. Er hat an

nichts mehr Freude, fühlt sich „ferngesteuert“. Er erinnert sich, dass es ihm in

der Schulzeit schon einmal so ähnlich gegangen ist.

Eine Beraterin/ein Coach finden nichts dabei, mit diesem Mann zu arbeiten.  Vielleicht zu Recht.

Vielleicht geht es hier aber nicht um ein momentane Überlastung, sondern um das

Wiederaufbrechen einer depressiven Störung, die therpapeutische Stützung und Behandlung erfordert.

Bei einer momentanen Überlastung würde vielleicht ein gelungener Urlaub schon ein Stück helfen oder auch eine Neuorientierung der Werte und Prioritäten im Alltag, bei einer depressiven Störung würde das kaum weiterhelfen.

PsychotherapeutInnen erlangen im Zuge Ihrer Ausbildung gemäß Gesetz die Befähigung zur Durchführung aller drei Behandlungsformen.

Die Abgrenzungen der 3 Berufsfelder in Kurzform:

  PsychotherapeutIN       BeraterIN           Coach
Behandlung von gesunden Menschen in Krisen und/ oder auf der Suche nach Weiterentwicklung

 

             Ja            Ja           Ja
Behandlung von Störungen

(Beachten Sie:  Die Grenze zwischen gesund/ krank  ist oftmals fließend)

 

              Ja  

 

 

Nein

 

 

 

             Nein
Zusammenarbeit mit anderen Fachärzten              Ja

Juristische Konsequenzen sind gemäß Gesetz anders definiert als bei Beratung/ Coaching.

          Nein               Nein
Erlernen von Interventionen, die auf  verschiedene Störungsbilder Bedacht und Rücksicht nehmen              Ja           Nein              Nein

Gute BeraterInnen & Coaches brauchen so viel Wissen um Krankheitsbilder, dass sie in einer Anamnese einigermaßen abschätzen können, wo Ihre beruflichen Grenzen liegen und ob eine Verstimmtheit, eine Krise oder eine krankheitswertige Störung vorliegt.

Woher weiß ich, ob ich Psychotherapie, Beratung oder Coaching in Anspruch nehmen sollte?

Diese Frage lässt sich am Besten im Zuge des Erstgespräches klären. Da die Übergänge fließend sind, ist es kein Muss, jedoch auch nicht auszuschließen, dass Sie sich nach einem gewissen Zeitraum in Anspruch genommener Beratung für eine fortführende Psychotherapie entscheiden oder umgekehrt.

 

 

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